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Lou Ortenzio

40 Pillen pro Tag – Arzt wurde süchtig nach Opioiden

Der Arzt Lou Ortenzio schöpfte Anerkennung aus dem Dienst an seinen Patienten. Gleichzeit opferte er alles – er arbeitete 16 Stunden pro Tag. Schliesslich fiel er in eine schwere Medikamentensucht. Er verlor alles und wollte sich das Leben nehmen…

Der Arzt Lou Ortenzio schöpfte Anerkennung aus dem Dienst an seinen Patienten. Gleichzeit opferte er alles – er arbeitete 16 Stunden pro Tag. Schliesslich fiel er in eine schwere Medikamentensucht. Er verlor alles und wollte sich das Leben nehmen…

«Ich hatte das Gefühl, dass ich auf einem so hohen Niveau arbeiten musste. Dass ich gefühlte drei Meter gross, kugelsicher und schneller als eine rasende Lokomotive sein musste, um die Patienten glücklich zu machen», erinnert sich Lou Ortenzio. «Ich habe mich gut um die Leute gekümmert und das wussten sie.»

Ironischerweise führte die Fürsorge für andere dazu, dass er seine Familie und sich selbst vernachlässigte. «Meine Frau hat mich selten gesehen. Die Kinder wussten kaum, wer ich war.»

Auf der Suche nach Liebe

«In meinem Innersten habe ich mich selbst nicht geliebt», benennt er die Triebfeder seines Engagements. «Ich brauchte die Liebe aller anderen, damit ich mich gut fühlte.»
Unweigerlich begann das Leben, das er sich ab 1982 in einem idyllischen Bergdorf aufgebaut hatte, unter der Dauerbelastung zu bröckeln.

Seine Frau nahm die Kinder, trennte sich von ihm und zog nach Pittsburg. Damit wollte sie eine Veränderung in ihm auslösen und eine Versöhnung herbeiführen. Stattdessen liessen sie sich scheiden.

Lou wusste nicht, was er tun sollte, also tat er das, was er immer getan hatte. Er arbeitete weiter und machte Überstunden.

Die Sucht beginnt...

Eines Nachts, als er einmal mehr bis spät in die Nacht arbeitete, bekam er unerträgliche Kopfschmerzen. Frei verkäufliche Medikamente vermochten den Schmerz nicht zu lindern, also griff er zu etwas Stärkerem: Vicodin. «Es verschaffte mir eine enorme Linderung der Schmerzen und des Leidens, aber es gab mir auch dieses Gefühl der Euphorie, dass ich alles tun konnte, und das wuchs und wuchs und wuchs.»

Vicodin ist ein starkes Schmerzmittel, das häufig nach Operationen verwendet wird. Es gehört zu der Klasse von Medikamenten, die als Opioide bekannt sind und die USA in eine Drogenkrise gestürzt haben.

Arzt verliert Kontrolle

Als Arzt hatte Lou das Gefühl, dass er den Gebrauch unter Kontrolle halten konnte, aber schliesslich wurden die Medikamente zu einer unkontrollierten Sucht. Er war Arzt, also verschrieb er sie einfach sich selbst. «Du denkst, du bist Supermann und glaubst, du kannst das tun und es kontrollieren.»

Ein Jahrzehnt später schluckte Lou 40 Pillen am Tag. Seine hervorragende Leistung im Job begann zu sinken. «Der Druck kam von überall her. Ich hatte als Ehemann versagt. Ich hatte als Vater versagt; meine Praxis lief nicht mehr gut. Und mir wurde klar, dass ich nicht aufhören konnte, die Opiate zu nehmen. Ich sass fest.»

Der Hilfeschrei

Eines Nachts im Herbst 2002 beschloss er, sich das Leben zu nehmen. Er sah keinen Ausweg mehr. Er wollte die Garage hinter seinem geparkten Auto schliessen, den Motor laufen zu lassen und darauf warten, dass das Kohlenmonoxid ihn töten würde.

Aus irgendeinem seltsamen Grund funktionierte es nicht. Nicht einmal Selbstmord funktionierte. In seiner Verzweiflung schrie er zu Gott. «Gott, ich verstehe das alles wirklich nicht. Gott, hol mich aus diesem Schlamassel raus. Ich schaffe das nicht mehr. Du musst etwas tun.»

Frieden

Bei der Arbeit am nächsten Tag half er auf der Intensivstation, ein Unfallopfer zu retten. Dann rettete eine Freundin, Schwester Donetta, ihn. Er war ein emotionales Wrack und sie dagegen war völlig gelassen. Er fragte sie, woher sie ihren Frieden nahm, und sie sagte: «Von Jesus.» Donetta lud Lou in die Kirche ein.

Nachdem er ein paar Sonntage lang hingegangen war, erkannte er: «Ich hatte schrecklich viel Mist gebaut und brauchte Vergebung. Ich fragte Donetta: 'Wie kann mir vergeben werden?' Und sie sagte: 'Dir wird einfach vergeben, wenn du nur darum bittest.'»

«Nimm mein Leben in die Hand»

Nach ein paar Wochen nahm er Jesus an. Nicht in der Gemeinde, sondern bei einem Patienten. Er vertraute ihm an, dass er den Herrn immer noch nicht in sein Herz aufgenommen hatte. Der Patient antwortete: «Nun, lass uns das jetzt tun.» Die beiden gingen gemeinsam auf die Knie. «Du musst mein Leben in die Hand nehmen, denn ich schaffe es nicht allein», betete er. «Ich führe mich nur selbst in den Ruin.»

In einem Augenblick verwandelte Gott Lou. «Ich erhob mich vom Boden und fühlte mich wirklich wie drei Meter gross und kugelsicher, aber nur mit Jesus, nur mit dieser Kraft», erinnert sich Lou.

Ein neuer Weg

2004 heiratete Lou seine Frau erneut. Er hatte mittlerweile seine ärztliche Zulassung wegen der betrügerischen Verschreibungen verloren. Er war zwar berechtigt, die Wiederzulassung zu beantragen, aber stattdessen fühlte er sich berufen, die gemeinnützige Arbeit fortzusetzen, die er als Strafe für den Verschreibungsbetrug begonnen hatte. Er half Menschen, sich von ihrer Drogenabhängigkeit zu erholen. «Ich war in der Lage, diese gemeinnützige Arbeit in einen Dienst umzuwandeln.»

Heute dient Lou als Geschäftsführer der Clarksburg Mission und hilft denen, die Obdach, Nahrung und Hoffnung in Jesus brauchen. 

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