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Emma Benoit

Emma Benoit – Angst, Depressionen und dann der Suizidversuch…

In ihrer Jugendzeit lächelte Emma Benoit ständig – um ihre tiefe Traurigkeit zu verbergen. Ihr Leben schien zwar äusserlich perfekt zu sein, aber Emma spürte, wie geistig und emotional alles langsam schlechter wurde.

In ihrer Jugendzeit lächelte Emma Benoit ständig – um ihre tiefe Traurigkeit zu verbergen. Ihr Leben schien zwar äusserlich perfekt zu sein, aber Emma spürte, wie geistig und emotional alles langsam schlechter wurde.

Emma Benoit wuchs in einem christlichen Haushalt gemeinsam mit drei Geschwistern auf. Der Zusammenhalt in der Familie war gut. Der Glaube trat in ihrer Teenager-Zeit aber in den Hintergrund. Popularität und Ansehen unter Gleichaltrigen wurden für sie von grösster Bedeutung. In der Highschool wurde sie Cheerleaderin und war beliebt, gleichzeitig wuchs ihre psychische Erkrankung. 

Innerlich isoliert

«In der Grund- und Mittelschule war ich unsicher und verunsichert. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich nie ich selbst sein konnte und auch wenn ich nach aussen hin all diese Freunde hatte und alles toll aussah, war es das in Wirklichkeit nicht.»

Innerlich war Emma Benoit isoliert: «Ich hatte das Gefühl, dass meine Freunde mich nicht mögen würden, wenn ich ich selbst wäre und sie meine andere Seite sähen.»

Sie baute eine Schale um sich herum auf. «Ich arbeitete hart daran, alles zu verbergen, was etwas anderes hätte zeigen können. (...) Ich hatte schon sehr früh mit Selbstwertproblemen, Selbstzweifeln und Gruppenzwang zu kämpfen. Ich war etwa zwölf Jahre alt und kam aus einem Umfeld, in dem über diese Dinge nicht wirklich gesprochen wird. Das war eine echte Herausforderung.»

Depressionen und Angstzustände verschwanden nicht, sie wuchsen mit ihr. «Ich habe viel Wert darauf gelegt, wie ich aussehe und wie gut ich performe. So wurde eine Person geformt, die nie wirklich sicher in sich selbst war, die nie wirklich selbstbewusst war.»

Nur auf Meinung anderer basiert

«Es war ein falsches Selbstvertrauen, denn es beruhte einzig und allein auf der Meinung, die andere Leute von mir hatten.» Sie konnte sich nur dann gut fühlen, wenn andere Leute sagten, wie toll sie ist.

«Meine Highschool-Zeit war erfüllt von diesem Gefühl der Hoffnungslosigkeit und dem Gefühl, dass sich nichts ändern wird. Diese Gefühle wurden immer stärker.»

Im Sommer 2017, ihrem Abschlussjahr an der Highschool, war ihr klar, dass sie sich nicht weiter als «die immer fröhliche Person» ausgeben kann. Am Abend ihres Selbstmordversuchs war sie allein zu Hause, weil ihre Eltern bei der Arbeit waren.

Benoit bekam eine Panikattacke und rief als erstes ihre Mutter an. Während sie mit ihrer Mutter telefonierte, kam ein weiterer Anruf von der Arbeit herein, und ihre Mutter setzte sie in die Warteschleife.

Suizidversuch

Während dieser wenigen Augenblicke in der Warteschleife holte sie die Pistole ihres Vaters hervor und schoss sich in die Brust. Der Entscheid, so Benoit, sei spontan gefallen. 

Als ihre Mutter sie aus der Warteschleife holte, reagierte Emma nicht mehr. Mutter verliess die Arbeit sofort. «Meine Mutter dachte, dass etwas Schreckliches passiert war. Sie nennt es 'mütterliche Intuition', die ihr zeigte, dass sie nach Hause gehen musste», sagte Benoit.

Zu Hause fand sie ihre Tochter bewusstlos auf. «Als meine Mutter in mein Schlafzimmer kam, wurde ich für einen kurzen Moment aus meiner Bewusstlosigkeit gerissen, und ich erinnere mich, dass sie ins Zimmer kam, auf die Knie fiel und sagte: 'Oh mein Gott, oh mein Gott, atme einfach weiter'.»

Dass ihre Mutter nach Hause eilte, bezeichnet Emma als ein Zeichen des göttlichen Eingreifens. Gott gab ihr eine weitere Chance zum Leben.

Mehrere Schlaganfälle erlitten

Ihre Mutter brachte sie schnell ins Krankenhaus. Sie hatte eine durchtrennte Halsschlagader, die ein Blutgerinnsel verursachte, das auf ihr Rückenmark drückte und dieses verletzte. Während der Operation erlitt sie mehrere Schlaganfälle.

«Bevor ich den Versuch unternahm, hatte ich nie gesagt, dass ich suizidgefährdet war, und niemand wusste, dass ich solche Gedanken hatte», erinnert sich Benoit.

Benoit erklärt, dass sie danach in ihrem Glauben Frieden gefunden hat. Das Christentum veränderte ihre Lebensperspektive und ihre Sichtweise. «Nachdem mein Leben verschont wurde, hatte ich das Gefühl, dass es einen Grund geben muss, warum ich hier bin. Also beschloss ich, meine ganze Kraft und Energie darauf zu verwenden, mehr über Gott, die Bibel und Christus zu lernen.»

In einem anderen Licht sehen

«Ich bin so dankbar für diese Reise. Ich sehe die Dinge jetzt in einem anderen Licht. Und ich meine, es läuft wirklich alles auf die Tatsache hinaus, dass wir unvollkommene Menschen sind und es nicht unsere Aufgabe ist, uns selbst zu reparieren. Wir können uns in diesem Leben nicht nur auf uns selbst verlassen.»

Der Glaube half ihr bei der Bewältigung ihres Genesungsprozesses. «Ich habe Gott alles überlassen und mich voll und ganz darauf verlassen, dass er mich durch schwere Zeiten bringt. Und ich habe erkannt, dass ich meine Depression zwar nicht wegbeten kann, aber ich kann die Werkzeuge, die Gott uns in diesem Leben gegeben hat, nutzen, um das Leben anders zu meistern.»

«Gott hat uns ausgestattet»

Emma Benoit: «Ich glaube, dass Gott uns mit folgenden Hilfsmitteln ausgestattet hat: Therapeuten, Berater, Lehrer, Wissen, Bildung und Medikamente – alles wunderbare Dinge, die helfen können.»

Sie glaube, dass dies Fähigkeiten und Gaben sind, die uns gegeben wurden und die uns befähigen, uns gegenseitig im Leben zu helfen. «Und ehrlich gesagt glaube ich, dass sich meine allgemeine Lebensperspektive sehr verändert hat, weil ich weiss, dass es Hoffnung gibt. Und ich weiss, dass dies nicht unser dauerhaftes Zuhause ist.»

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