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Carley Summers

Carley Summers – «…also entschied ich mich fürs Gefängnis»

Eine Alkoholsucht führte die Innenarchitektin und Fotografin Carley Summers in die Notaufnahme und ins Gefängnis. Sie dachte, dass sie wertlos sei – und so orientierte sie sich an dieser Lüge. Heute schafft Summers für ihre Kunden Räume der Ruhe.

Ruhe kannte sie ursprünglich selbst nicht, sie sei ein wildes Kind gewesen. «Schon in jungen Jahren wurde bei mir ADHS diagnostiziert, und ich war einfach extrem kreativ. Schon als kleines Kind richtete ich in meinem Zimmer kleine ruhige Ecken für mich ein.»

Im Alter von 18 Jahren wurde sie Opfer eines Überfalls. «Der Feind redete mir ab diesem Zeitpunkt ein, dass ich wertlos bin – und wenn man sich so fühlt, verhält man sich auch so.» Ihre nächsten Jahre waren geprägt von Alkohol und Drogen.

Für Gefängnis entschieden

«Im Alter von zwanzig Jahren war ich zum ersten Mal in einer Reha-Klinik, nachdem ich aus zwei Metern Höhe von einem Fenstersims gefallen war und in der Notaufnahme landete. Ich kann mich daran erinnern, wie mein Vater in der Notaufnahme stand und mich mit Babytüchern abwischte und einfach nur weinte.» Doch sie war noch nicht bereit, diese Süchte aufzugeben, und ihr Leben Gott zu überlassen.

Sie feierte in dieser Zeit viel «und ich wurde aus der Wohnung, in der ich lebte, rausgeworfen. Nach meiner zweiten Fahrt in Trunkenheit stand ich vor der Wahl, entweder eine Reha zu machen oder ins Gefängnis zu gehen.» Weil die Reha beim ersten Mal nicht funktionierte, entschied sie sich für das Gefängnis…

«Wir tragen das nicht mehr mit»

Eines Morgens wachte sie verkatert in ihrem Elternhaus auf – ihre Eltern wollten mit ihr reden. «Ich sass auf dem Küchenboden, weil ich so verkatert war, dass ich mich kaum aufsetzen konnte.» Eigentlich war sie für eine christliche Entziehungskur angemeldet gewesen. Doch nun sagten ihre Eltern, dass eine Reha ein Luxus sei und dies abgebrochen werde. «Wir werden dich nicht mehr unterstützen. Wir lieben dich, wir werden dich immer lieben, aber wir werden das nicht mehr mittragen. Wir möchten, dass du deine Sachen packst und gehst.»

Carley Summers fühlte sich völlig allein. Eine Stimme in ihrem Innern sagte: «Nimm dir das Leben. Niemand braucht dich hier mehr. Du bist eine Last für alle um dich herum.» Doch da hörte sie auch eine schwache andere Stimme: «Du bist mein Kind. Ich habe einen Plan für dich. Bitte um eine weitere Chance. Gib nicht auf. Ich habe eine Bestimmung für dein Leben.»

«Gebt ihr mir noch eine Chance

Sie blickte zu ihren Eltern auf und fragte: «Gebt ihr mir noch eine Chance?» Die Eltern willigten ein. «Mir wurde klar, dass ich etwas ändern musste. Jesus versuchte in diesem Moment, mich zu erreichen, weil er einen Plan und eine Bestimmung für mich hatte, meine Geschichte zu nutzen, um ihm die Ehre zu geben.»

Im Alter von 24 Jahren ging sie erneut in eine Reha-Einrichtung und trat in eine echte Beziehung mit Jesus. «Mein Vater gab mir einen Zettel, den ich nie vergessen werde. Darauf stand, dass er stolz auf mich war und dass er wusste, dass Gott einen Plan und ein Ziel für mein Leben hatte.»

Befreit

Sie konnte sich während der Behandlung öffnen und Gott erlauben, in ihrem Leben zu wirken. «Die Innenarchitektur war ein wichtiges Instrument für mein Leben und meine Heilung.» Nachdem sie clean geworden war, schaffte sie sich Räume, in denen sie ihren Frieden hatte. «Das war ein Werkzeug, das ich für mich durch die Innenarchitektur schaffen konnte.» Und sie erkannte, dass sie damit auch anderen Menschen helfen kann.

Nach der Reha arbeitete sie ein halbes Jahr lang in Port-au-Prince, Haiti als Missionarin. «Dort begann Gott, mein Herz wiederherzustellen und meine Geschichte zu benutzen, um andere Menschen zu befreien.»

Ruhe in der Hektik

Seit nun elf Jahren leitet Carley Summers bei sich zu Hause eine College-Bibelgruppe. Sie finden es schön, einfach zusammen zu sitzen, ihre Geschichten zu erzählen und sich verletzlich zu zeigen. Sie habe für sich und ihre Familie einen Raum geschaffen, in welchem die Menschen offen sein können. «Es müssen nicht teure Dinge sein, einfach ein Raum, in dem sich die Menschen sicher fühlen.»

Carley Summers weiter: «Ich glaube, wenn man eine ruhige Ecke einrichtet, dann kann man, wenn die Welt hektisch und laut ist und man keine Ruhe findet, auf diesen Stuhl oder dieses Kissen sitzen oder zu einer Blume, die Freude in einem auslöst.» Gott nutzt ihr Innenarchitektur- und Design-Talent sowie die Lebensgeschichte von Carley Summers, um anderen Menschen zu helfen.

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