Hagen Altherr – Als sein Lebens-Akku leer war, stellte sich Gott ihm vor

Als Teenager wird Hagen Altherr aus Leipzig Punk und landet auf der Strasse. Anfangs gefällt ihm der lockere Lebensstil, doch Alkohol und Drogen fordern ihren Tribut. Als er völlig ausgebrannt nach dem Sinn im Leben fragt, findet er Jesus.

Als Teenager wird Hagen Altherr aus Leipzig Punk und landet auf der Strasse. Anfangs gefällt ihm der lockere Lebensstil, doch Alkohol und Drogen fordern ihren Tribut. Als er völlig ausgebrannt nach dem Sinn im Leben fragt, findet er Jesus.

Ich hatte eine schwierige Kindheit, bin ohne Vater aufgewachsen. Meine Mutter wurde von der Familie verstossen und war total überfordert. Ich kam in verschiedene Heime, hab die Schule vernachlässigt und wurde wegen kleinerer Delikte zu Jugendarrest verknackt. Schliesslich landete ich bei den Punks auf der Strasse.

Leben als Punk

Zuerst war es irgendwie cool, Strassenpunk zu sein. Endlich vogelfrei, keine Verpflichtungen, wir hatten Ideale. Aber mit der Zeit wurde ich immer kaputter. Ständig musste ich schauen, wo ich was zum Pennen finde. Bei Freunden, in besetzten Häusern, Bauwagen. Ich lebte von der Hand in den Mund, hab gesoffen, als ob es kein Morgen gäbe, und auch jede Menge Drogen genommen. Geld hab ich geschnorrt und auf Kosten anderer gelebt. Ich hab mich halt durchs Leben gemogelt. Etwa zehn Jahre ging das so, ich war dauerbreit und hab so ziemlich alles an Drogen konsumiert, was ich in die Finger kriegen konnte. Ein Teufelskreis. Man will immer mehr, obwohl man eigentlich genau weiss, dass es einen kaputt macht. Ich hab viele Freunde kommen und gehen sehen, manche haben es auch nicht geschafft. Wegen einer Überdosis oder weil jemand im Schlaf an der eigenen Kotze erstickt ist oder wegen Schlimmerem. So viele Beziehungen gingen in die Brüche. Darunter hab ich gelitten.

Ausgebrannt

Eigentlich habe ich mich danach gesehnt, Frieden im Leben zu finden. Es war so anstrengend, immer ums Überleben zu kämpfen. Ich wollte einfach mal verschnaufen können, Ruhe finden. Mein Leben war so sinnlos. Immer wieder fragte ich mich, ob das jetzt schon alles war oder ob es nicht etwas gibt, für das es sich zu leben lohnt. Ich hatte das Gefühl, dass es nicht mehr lange mit mir weitergeht, wenn ich nicht bald etwas ändere. Das war im Winter 2000. Mein Lebens-Akku war leer.

Gibt es doch noch Hoffnung?

Eigentlich hatte ich immer Leute gekannt, die an Gott glauben. Aber irgendwie hat mich das nie wirklich angemacht oder überzeugen können. Bis mir jemand ganz persönlich von Gott und Jesus erzählte. Das war kein religiöses Geschwafel, er sagte, dass Gott die Menschen liebt und erfahrbar ist. Dass Jesus jeden rettet, der an ihn glaubt. Das hat bei mir eingeschlagen wie eine Bombe! Wenn das stimmte, dann könnte da vielleicht doch noch Hoffnung sein! Das wollte ich ausprobieren. Ich wollte Gott kennenlernen und wissen, was da dran ist. Ich hatte ja nichts zu verlieren.

Schritte zum Leben

Ich will niemandem etwas vormachen, es war ein langer Weg. Es dauerte, bis ich bereit war, mein Leben wirklich zu ändern und bis ich einen Therapieplatz in einer Fachklinik bekam. Ich hatte eine Menge Zeit, über mein Leben nachzudenken und mich mit Gott zu beschäftigen.

Dezember 2002, direkt vor Weihnachten, bekam ich einen Platz in einem christlichen Therapiezentrum. Es war anstrengend für mich, diese Weihnachts-Festlichkeiten auszuhalten. Weihnachten kannte ich nur zugedröhnt und einsam, mit der Wut im Bauch auf die Leute, die in ihren feinen Wohnungen mit ihren heilen Familien zusammen feiern.

Begegnung mit der Wahrheit

Wenn wir über Gott diskutierten, hatte ich so meine Zweifel, ganz klar. Aber in einer Art Bibelstunde hab ich dann etwas ganz Irres erlebt: Gott hat sich mir vorgestellt. Es war, als ob ich immer blind gewesen wäre und mir auf einmal ein Schleier von meinen Augen genommen wurde. Ich hatte plötzlich alles sichtbar und klar vor Augen. Gott hat mir in diesem Moment gezeigt, wer er ist und dass es wahr ist. Dass es ihn gibt, dass Jesus lebt und dass stimmt, was in der Bibel steht. Ich dachte: «Wenn das die Wahrheit ist, wenn das wirklich stimmt, dann muss ich jetzt sofort Jesus mein Leben geben. Dann möchte ich diesen Gott auch in meinem Leben erfahren. Dann möchte ich mein Leben Gott hinhalten und möchte auch heil und errettet werden.»

Das war am 20. Februar 2003. Seitdem lebe ich mit Jesus. Das hat nicht alle meine Probleme gelöst. Ich musste in der Abendschule Schulabschlüsse nachholen. Und manchmal habe ich immer noch Schwierigkeiten, mich in der Gesellschaft zurechtzufinden. Oder einen Job zu finden, der zu mir passt. Trotzdem: Leben im Glauben an Gott und mit Jesus war definitiv die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe! 

In der Bibel, im Johannes-Evangelium steht: «Wenn euch also der Sohn Gottes befreit, dann seid ihr wirklich frei.» (Johannes, Kapitel 8, Vers 36) Und das habe ich selbst erlebt.

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